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Bewertung von Wertpapieren ohne Kurswert

1. Allgemeines

Das Vermögen von natürlichen Personen ist zum Verkehrswert zu besteuern. Für nicht regelmässig gehandelte Aktien, Genossenschaftsanteile und andere Beteiligungsrechte ist der Verkehrswert gemäss § 47 Abs. 2 StG zu schätzen.

Die Bewertung von Wertpapieren ohne Kurswert erfolgt im Kanton Luzern grundsätzlich (für die Ausnahmen s. Ziffern 2 und 3) aufgrund der Wegleitung zur Bewertung von Wertpapieren ohne Kurswert für die Vermögenssteuer (nachfolgend Wegleitung genannt; vgl. KS 28 der Schweizerischen Steuerkonferenz vom 28. August 2008 sowie für die Bewertungen bis Kalenderjahr 2007 KS 28 vom 21. August 2006).

2. Abweichungen von den Bewertungskriterien der Wegleitung für die Kalenderjahre 2005 bis 2007

Abweichungen gegenüber Kreisschreiben Nr. 28 der Schweizerischen Steuerkonferenz vom 21. August 2006:

2.1 Bewertungen mit Abschlussdatum im Kalenderjahr 2005

Beträgt der aufgrund der Wegleitung ermittelte Ertragswert das Vierfache oder mehr des ermittelten Substanzwertes, entspricht der Unternehmenswert dem Mittelwert von Substanzwert und Ertragswert.

2.2 Bewertungen mit Abschlussdatum in den Kalenderjahren 2006 und 2007

Für die Berechnung des Ertragswertes wird der aufgrund der Wegleitung bereinigte steuerpflichtige Gewinn mit 8% kapitalisiert.

Beträgt der aufgrund der Wegleitung ermittelte Ertragswert das Vierfache oder mehr des ermittelten Substanzwertes, entspricht der Unternehmenswert dem Mittelwert von Substanzwert und Ertragswert.

Im Übrigen gelten die Ausführungen gemäss Wegleitung. Insbesondere wird als Basis für die Berechnung der Rendite im Zusammenhang mit dem Pauschalabzug für vermögensrechtliche Beschränkungen (s. N 73 der Wegleitung) der von der Schweiz. Steuerkonferenz und der Eidg. Steuerverwaltung für das betreffende Jahr festgelegte Zinssatz verwendet  (z.B. 2006: 6%; die Maximalrendite für das Jahr 2006 beträgt somit 3,6%).

3. Abweichungen von den Bewertungskriterien der Wegleitung ab Kalenderjahr 2008

Abweichungen und Präzisierungen zum Kreisschreiben Nr. 28 der Schweizerischen Steuerkonferenz vom 28. August 2008:

Für die Ermittlung des Ertragswertes eines Unternehmens wird der Jahresgewinn des aktuellen und des letztjährigen Geschäftsjahres (n und n-1) verwendet, wobei der Reingewinn des aktuellen Geschäftsjahres doppelt gewichtet wird (entspricht Modell 1 Randziffer 7 der Wegleitung; bisherige Praxis Kanton Luzern). Auf Wunsch der Gesellschaft wird das Modell 2 (Mittelwert der Gewinne der letzten 3 Jahre) als Berechnungsbasis verwendet. Nach einem Modellwechsel muss das Berechnungsschema während mindestens 5 Jahren beibehalten werden.

In Abweichung zu Randziffer 32 der Wegleitung setzt sich der Untenehmenswert aus dem Mittelwert von Substanzwert und Ertragswert zusammen, wenn der aufgrund der Wegleitung ermittelte Ertragswert das Vierfache oder mehr des ermittelten Substanzwertes beträgt.

Randziffer 36 der Wegleitung 2008, wonach der Substanzwert zu Fortführungswerten als Mindestwert gilt, wird nicht angewandt.